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Hüttenwanderungen im alpin-mediterranen Flair

Die Hütten entlang des Alpe-Adria-Trails laden zum Einkehren und Übernachten ein

Der Alpe-Adria-Trail zählt nicht nur zu den landschaftlich schönsten und kulturell vielfältigsten Fernwanderwegen, sondern begeistert auch mit seiner Top-Infrastruktur. Auf allen Etappen, die als Tagestouren mit durchschnittlich sechs Stunden Gehzeit konzipiert sind, befindet sich mindestens eine Einkehrmöglichkeit. Oft sind es urige Berghütten und Almen entlang des Weges, die ihre Gäste mit Spezialitäten aus eigener Produktion verwöhnen. Viele von ihnen bieten auch Schlafplätze für Hüttenübernachtungen an und sind damit die perfekte, gemütliche Unterkunft. Das macht den Alpe-Adria-Trail für Hüttenwanderungen besonders interessant.

Sie können ganz entspannt von Hütte zu Hütte wandern und dabei die schönsten Ausblicke genießen wie zum Beispiel im Biosphärenpark Nockberge. Je nach Lust und Laune lassen sich die Tagesetappen durch die Auswahl der Hütten individuell gestalten. So wird Hüttenwandern auch für Familien mit Kindern zum puren Vergnügen. Sie können eine Hütte auch als Ausgangspunkt für verschiedene Wanderungen in der Umgebung nützen, zum Beispiel in den Julischen Alpen oder in den Hohen Tauern. Dadurch können Sie gleich mehrere Gipfel besteigen und die Anzahl der Höhenmeter dabei in einem machbaren Rahmen halten. Hüttenwanderungen sind vielfältig und am Alpe-Adria-Trail stehen Ihnen alle Türen offen.

E14 Langalmtal © Franz GERDL

Bewirtschaftete Hütten auf Etappe 14: Döbriach – Langalmtal (© Franz GERDL)

Hüttenwandern am Alpe-Adria-Trail

Der etwa 750 Kilometer lange Alpe-Adria-Trail verläuft vom höchsten Berg Österreichs, dem Großglockner, bis ins italienische Hafenstädtchen Muggia. Vom Nationalpark Hohe Tauern geht es durch die Kärntner Berge-Seen-Landschaft und weiter über die Grenze nach Slowenien, durch den imposanten Triglav Nationalpark und die Julischen Alpen. Der zweite Teil des Wanderwegs führt zwischen Italien und Slowenien hin und her. Durch fruchtbare Obst- und Weinbauregionen geht es stetig nach Süden, bis man in Duino erstmals das Meer erreicht. In Muggia findet der Weitwanderweg schließlich sein Ende.

Besonders im ersten Abschnitt der Tour finden sich zahlreiche Hütten, die als Einkehrmöglichkeit entlang der Strecke oder als gemütliche Etappenunterkunft dienen. Damit ist der Alpe-Adria-Trail wie geschaffen für Hüttenwanderungen aller Art. Wer echtes Hüttenflair erleben möchte, übernachtet zum Beispiel auf der charmant-urigen Petodnighütte in den Nockbergen. Mit Blick auf die umliegende Natur ist das Wandern in einer der schönsten Regionen Kärntens ein echter Hochgenuss. Auch die malerisch gelegenen Berghütte Rifugio Zacchi nahe dem italienischen Ort Tarvis ist allemal einen Besuch wert: Handtücher und ein Hüttenschlafsack sind hier selbst mitzubringen, dafür wird man mit hausgemachten Gerichten der friulanischen Küche verwöhnt. Beliebte Ziele für Hüttentouren sind auch die Rangersdorfer Hütte im Herzen des Mölltals oder die Millstätter Hütte, die sich beide direkt am Alpe-Adria-Trail befinden.

Während manche Hütten wie geschaffen für Hüttenübernachtungen sind, eignen sich andere besonders für einen Einkehrstopp. Ein kulinarischer Pflichtpunkt ist zum Beispiel die Sennereiführung auf der Alexanderhütte auf der Millstätter Alpe. Hier werden lokale Spezialitäten wie der „Herbe Kas“ und die „Arnikabutter“ produziert. Die idyllisch gelegene Veidlhütte auf der Etappe ins Langalmtal verfügt sogar über einen eigenen Bergteich und verwöhnt hungrige Gäste mit fangfrischen Forellen. Auch die Lammersdorfer Hütte auf der Tour von der Millstätter Alpe nach Döbriach oder die Goldberghütte auf der Wanderung von Stall nach Innerfragant gelegen, zeichnen sich durch ihr uriges, herzliches Ambiente aus. Wie auf so vielen Almhütten werden auch hier lokale Produkte serviert.

Achtung: Bei der Planung Ihrer Hüttenwanderung ist unbedingt zu beachten, dass nicht alle Hütten auch Übernachtungsmöglichkeiten bieten  oder vielleicht bereits ausgebucht sind. Daher ist gute Planung das A und O.

Alpe-Adria-Trail Etappe 13 © Franz GERDL Millstätter Alpe

Etappe 13: Millstätter Alpe (© Franz GERDL)

Hüttenwanderungen rund ums Jahr

Wandern entwickelt sich zunehmend zum Ganzjahressport. Während manche Hütten bereits auf diesen Trend eingestellt sind, haben andere Hütten nur wenige Monate im Sommer geöffnet. Dies ist vor allem zu bedenken, wenn Sie eine Hüttenwanderung außerhalb der Hauptsaison planen. Dank des milden Klimas an der Südseite der Alpen geht die Wandersaison im sonnigen Süden auch in den Frühling und Herbst hinein. Manche Etappen des Alpe-Adria-Trails sind sogar das ganze Jahr über begehbar. Dass viele Hütten und Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke zu jener Zeit womöglich geschlossen haben könnten, müssen Sie bei der Planung unbedingt berücksichtigen. Die gewissenhafte Tourenvorbereitung ist bei jeder Hüttenwanderung entscheidend.

Umgekehrt ist es in der Hauptsaison ratsam, eine Hüttenübernachtung früh genug zu buchen. Die Hütten sind meist die ganze Saison über gut besucht und dementsprechend ausgelastet. Bei mehrtägigen Wanderungen von einer Hütte zur nächsten ist es durchaus empfehlenswert, die Unterkünfte bereits Wochen im Voraus zu reservieren. Schließlich gibt es nach einer anstrengenden Tagesetappe nichts Schlimmeres, als keinen Schlafplatz zu haben. Kurzfristige Wanderungen mit einer Hüttenübernachtung sollten Sie am besten unter der Woche unternehmen, da die Auslastung am Wochenende meist höher ist.

Etappe 5: Sagaser Alm (©Franz GERDL)

Etappe 5: Sagaser Alm (©Franz GERDL)

Hütte ist nicht gleich Hütte

Wer schon einmal eine Hüttenwanderung unternommen hat oder viel in den Bergen unterwegs ist, weiß: Hütte ist nicht gleich Hütte. Die Bandbreite reicht von einfachen Selbstversorgerhütten bis hin zu luxuriös ausgebauten Berghütten, die oft schon einem Hotel ähneln und keinen Komfort missen lassen. Je nach Typ und Ausstattung ist auf die benötigte Ausrüstung zu achten. Ist Bettwäsche vorhanden oder ist selbst ein Hüttenschlafsack mitzubringen? Werden Handtücher zur Verfügung gestellt? Ist das Frühstück bereits inkludiert? Wird ein Abendessen angeboten? Welche Schlafmöglichkeiten gibt es?

Denn genauso unterschiedlich wie die Hütten selbst, können sich auch die Hüttenübernachtungen gestalten. Von einer geselligen Nacht im Schlaflager, über Mehrbett-Zimmer für Familien und Gruppen bis hin zu komfortablen Doppelzimmern mit eigenem Bad ist alles möglich. Natürlich finden sich in den beliebten Wanderregionen in den Alpen auch exquisite Chalets, die vom Hot Pot auf der Terrasse bis zur eigenen Sauna auf keinen Luxus verzichten. Solche äußerst komfortablen Variationen sind meist in Hütten- und Almdörfern zu finden und eine nicht zu verachtende Option für Hüttenwanderungen.

Nach der Ausstattung und Art der Hütte richtet sich auch die Packliste für Ihre Hüttenwanderung. Zusätzlich zur Wanderausrüstung empfiehlt es sich, ein paar Extras für die Hüttenübernachtung einzupacken: Hüttenschuhe, Schlafbekleidung, den Waschbeutel (Zahnbürste, Zahnpasta, Seife/Shampoo, Medikamente), ein kleines Reisehandtuch, eine Taschen- oder Stirnlampe, einen Plastikbeutel für schmutzige Wäsche und gegebenenfalls einen Hüttenschlafsack sowie Verpflegung. Auch Ohrstöpsel sind im Schlaflager immer ein guter Tipp und mit Spielkarten oder einem Hüttenspiel macht man sich schnell Freunde.

Mit all diesem Hintergrundwissen steht Ihrer Hüttenwanderung am Alpe-Adria-Trail nichts mehr im Wege. Ziehen Sie los und genießen Sie die Freiheit der Natur!