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Frühjahrsputz am Alpe-Adria-Trail

Ron Kapteyn, der „fliegende Holländer“ sorgt für freie Wege!

Auf ganzen 43 Etappen schlängelt sich der Alpe-Adria-Trail auf seinem Weg vom Gletscher zum Meer durch Kärnten, Slowenien und Friaul-Julisch Venetien. Dementsprechend groß sind auch die Herausforderungen, diese fast 750km lange Weganlage für die ständig steigende Zahl an Weitwanderern in Schuss zu halten. Dem „großen Frühjahrsputz“ nach dem Winter kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. „Nun, dieses Jahr halten sich die Schäden in Grenzen, da es sehr wenig Schnee gegeben hat“ erklärt Ron Kapteyn, der im Auftrag der Nationalpark-Region Hohe Tauern ein besonders wachsames Auge auf die ersten neun Etappen des Alpe-Adria-Trail – von der Kaiser-Franz-Joses-Höhe bis zum Hühnersberg – wirft.

Ron Kapteyn beim Montieren der Alpe-Adria-Trail Wegweiser

Ron Kapteyn beim Montieren der Alpe-Adria-Trail Wegweiser

„Schäden durch Lawinen, Schneebruch und Windwürfe sind so die häufigsten Übrigbleibsel der kalten Jahreszeit“ erklärt der gebürtige Niederländer, dem unter dem Team der Wegbetreuer eine besondere Aufgabe zukommt. Denn während einige Etappen des Alpe-Adria-Trails im Alpenvorland und im Triestiner Karst prinzipiell das ganze Jahr über erwandert werden können, liegt es an Ron mit der Etappe 1 die höchstgelegene Etappe und damit den durchgehenden und offiziellen Saisonstart freizugeben. „Das wird dieses Jahr, sofern es nicht massive Schneefälle im Frühjahr gibt, sehr zeitig, also um den 15. Mai sein“ erklärt Ron.

Windwürfe am Alpe-Adria-Trail - eine besondere Herausforderung für die Wegewarte

Windwürfe am Alpe-Adria-Trail – eine besondere Herausforderung für die Wegewarte

Es waren während der letzten Winter nicht die Schneemassen, sondern vielmehr die Forstschäden durch extrem starke Winterstürme, die Ron Sorgenfalten bereitet haben. Denn bevor nicht alle Gefahrenstellen in Zusammenarbeit mit den Forstverwaltungen beseitigt sind, kann der Trail in keinem Fall freigegeben werden. „Heuer schaut es aber sehr gut aus“ sagt der fitte 60-jährige, der die ersten neuen Etappen pro Wandersaison durchschnittlich dreimal im Eiltempo abwandert. Denn es gibt immer was zu tun: „Im Vorjahr hatten wir ein großes Felssturzereignis auf der Etappe 5 und der Trail musste sogar kurzfristig verlegt werden“ erzählt Ron, der über eine Unsitte am Trail nur noch schmunzeln kann: besonders auf den ersten Etappen montieren Souvenirjäger immer wieder die Alpe-Adria-Trail Schilder ab, die er dann in Sisyphus-Arbeit ersetzen muss, obwohl es diese Schilder bereits als kaufbare Andenken über den Kärnten Online Shop zu erwerben gibt: https://shop.kaernten.at/de-AT/themen/alpe-adria-trail-1. „Das sollte noch besser kommuniziert werden, dann bleibt mir in Zukunft wenigstens diese Arbeit erspart“, meint Ron.

Felssturz auf der fünften Etappe von Stall nach Innerfragant – mittlerweile wider alles begehbar

Felssturz auf der fünften Etappe von Stall nach Innerfragant – mittlerweile wider alles begehbar

Warum ausgerechnet ein gebürtiger Niederländer im Mölltal am Trail nach dem Rechten sieht, ist schnell erklärt: schon früh verliebte sich Ron in die Berge und nachdem er in den Niederlanden einen gut gehenden Gärtnereibetrieb (was sonst J) aufgebaut hat, konnte er sich mit seiner Frau den lang gehegten Lebenstraum erfüllen: er kaufte hoch über dem Mölltal einen Bergbauernhof, baute ihn zu einem Ferienhaus um und spezialisierte sich auf Naturerlebnisprogramme, die er in den Niederlanden mit großem Erfolg anbietet. Dafür legte sich Ron gehörig ins Zeug und absolvierte dafür mehr als alle notwendigen Prüfungen: staatlich geprüfter Bergwanderführer, Nationalpark-Ranger, Jäger etc., was dem ursympathischen und umtriebigen Original bald den Kosenamen „der fliegende Holländer“ einbrachte. Gerne führt Ron auch am Alpe-Adria-Trail und kehrt dann auf seinem Gatternighof mit dem paradiesischen Blick über die Bergwelt des Mölltales ein. Dass sich sein neues Zuhause direkt am Alpe-Adria-Trail befindet, konnte er damals nicht wissen (den Trail gab es noch nicht) und ist heute für ihn eine besonders nette Wendung des Schicksals.

Nach getaner Arbeit auf Etappe acht – Ausblick auf Obervellach und die ehemalige Bahntrasse

Nach getaner Arbeit auf Etappe acht – Ausblick auf Obervellach und die ehemalige Bahntrasse

Seitens des Alpe-Adria-Trail Managements ist es hiermit hoch an der Zeit, Ron und seinen vielen KollegInnen, von den Gemeinden, Tourismusverbänden und Alpinen Vereinen für ihre verantwortungsvolle Arbeit zu danken. Sie tragen ein besonders großes Scherflein dazu bei, dass der Alpe-Adria-Trail von den Weitwanderern immer mehr geschätzt wird und vom National Geographic Traveller, dem größten Reisemagazin der Welt, nun schon zum wiederholten Male zu den weltweit besten, neuen Weitwanderwegen auserkoren wurde!