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Etappe 5 – Einmal musste die erste schwere Etappe kommen

Was für ein Tag. Die erste schwere Etappe geschafft. Ich bin schon um 6:45 Uhr gestartet, um nicht in der stärksten Sonne den Sonnberg hinaufwanden zu müssen und hatte auch wahnsinniges Glück mit dem Wetter. Während des gesamten Aufstiegs (4:30 Stunden) war der Himmel bewölkt und ich mehr als dankbar dafür. Zu Mittag auf der Hütte hat es dann aufgerissen und beim Abstieg konnte ich die Sonne, die durch die Bäume geblinzelt hat in vollen Zügen genießen.

Von der Ferne denkt man immer: Das bisschen Gehen. Ok, 7:30 Stunden sind jetzt nicht so wenig, aber wenn man nur gehen muss, muss das ja gut machbar sein. Ich persönlich halte mich für durchschnittlich sportlich und konditionell eigentlich ganz gut. Ich rauche nicht und gehe regelmäßig laufen. Aber das hier ist ein anderes Kaliber. Es zwingt dich nämlich zum Innehalten und langsamen und konzentrierten Gehen. Das muss ich definitiv noch lernen.

Da der Untergrund nicht immer eben ist, sich die Verhältnisse auch innerhalb einer Etappe immer wieder ändern muss man beim Gehen schon ganz schön aufpassen. Vor allem mit den Stöcken in der Hand und dem Hund an der Leine.

Die wirkliche Herausforderung waren heute aber sicherlich die Höhenmeter. 1.185m rauf und 957m wieder runter. Aus irgendeinem Grund hatte ich keinen Empfang. Ein zuerst sehr ungutes Gefühl, wenn du als Frau irgendwo, zeitweise auch mitten im Wald, stehst und keinen Empfang hast. Aber irgendwann ist es dir egal. Irgendwann schaltest du komplett ab, hängst deinen Gedanken nach, achtest auf die Umgebungsgeräusche und genießt einfach das Hier und Jetzt. Du konzentrierst dich auf jeden deiner Schritte und versuchst die tollen Momente und vielleicht auch die nicht so tollen Momente via Video oder Foto festzuhalten.

Die wertvollsten Momente sind dann sicher die, wo man Gleichgesinnte trifft. Das ist meistens bei den Hütten der Fall. Unterwegs ist man fast immer für sich.

Die Gespräche mit anderen Wanderern inspirieren und vor allem zeigen sie schon neue Projekte auf ;-) Sehr viele, die ich treffe machen die Alpenüberquerung und gehen von Salzburg nach Triest. Wohl der größte Unterschied: Sie nehmen die Gipfel mit und gehen den Grad entlang.

Dabei spannend: Ich habe heute zwei Damen aus Köln getroffen, die die Alpenüberquerung machen und folglich wie ich nach Triest gehen. Aber von unserem Treffpunkt aus mussten wir in zwei komplett unterschiedliche Richtungen weiter. Bin gespannt, ob wir uns in Slowenien wieder treffen.

Ich muss jetzt unbedingt ins Bett, denn morgen steht eine weitere Hammeretappe an. Aber die gehe ich gemütlich an und starte erst gegen 09:00 Uhr.


 

-) Stecken
-) Wechselkleidung für das Runtergehen
-) Jause für den Aufstieg, wenn man vor dem Frühstück weggeht