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Etappe 36: Das Ende naht. Irgendwie schade, aber gut!

Als ich heute den Ort Lipica verlasse, steht die Sonne noch tief. In mir macht sich schon ein wenig Euphorie breit. Nur noch zwei Etappen. Nur noch heute und morgen. Wie wird es wohl sein, wenn ich morgen in Muggia ankommen werde und mein großes Projekt zu Ende ist? Werden mich meine Emotionen übermannen, oder werde ich es gar nicht begreifen. Immer wieder drehen sich meine Gedanken heute um dieses Szenario. Ich kann es kaum mehr erwarten in meinem eigenen Bett zu schlafen. Ich hatte wirklich Glück mit meinen Unterkünften. Das Buchungscenter des Alpe-Adria-Trails hat sehr gute Arbeit geleistet und ist mir mit Rat und Tat während des gesamten Tails zur Seite gestanden. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken. Das Service war einfach spitze!

Aber zurück zu meiner Reise. Heute steht noch ein kleiner Anstieg zu Beginn am Programm und dann geht es ganz gemütlich einem beliebten Radweg entlang. Zum Schluß wird es nochmal steil und anscheinend einzigartig vom Panorama. Ich bin schon gespannt.

Das besondere heute ist sicher wieder die Grenzüberschreitung nach Italien. Ich bin ein absoluter Italien-Fan und heute werde ich mir am Abend eine Pizza gönnen. Irgendwie hat es bis hierher noch nicht damit geklappt, aber heute führt kein Weg vorbei, denn ich freue mich schon den ganzen Trail endlich in den köstlichen Teig beißen zu können.

Der erste Teil der Strecke führt entlang des Gestüts. Drei Reiter begleiten mich auf ihren Lipizzanern bis ich den Weg verlasse und in ein Waldstück eintrete. Es geht ein bisschen bergauf, aber ich genieße die kühle Frische und den herrlichen Duft der Bäume. Kleine Trampelpfade aber auch breitere Passagen führen mich auf den Gipfel des Hügels. Von dort kann ich ins Tal schauen und auch eine kleine Pause einlegen. Wäre ich nicht so aufgedreht, würde sich dieser Platz ideal für ein Nickerchen eignen. So mitten am Kokoš auf einer grünen Wiese mit herrlichem Ausblick.

Ab jetzt geht es nur mehr bergab. Ich kann das Gehen heute so richtig genießen, denn ich weiß, dass am Ende der Strecke Freunde auf mich warten. Sie haben mich bereits einmal vier Tage lang begleitet und den Trail so genial gefunden, dass sie ihren Badeurlaub unterbrechen um nochmal ein Stück zu gehen und die Macht des Alpe-Adria-Trails auf sich wirken lassen.

Mein Tipp: Unbedingt mal 4 Tage probieren, auch im Herbst bzw. Winter, denn Teile des Trails sind das ganze Jahr über begehbar. Sicher eine unvergleichliche Erfahrung!

Das Highlight dieser Etappe ist sicherlich der Radweg, der beim kleinen Dorf Mihele beginnt und auf dem man auch wieder die Grenze zu Italien überschreitet. Folgen sie diesem Radweg vorbei an hohen Steilwänden und durch Tunneln bis Sie eine beschilderte Abzweigung nach links unten entdecken. Genießen Sie die einmalige Beschaffenheit des Rosandratals und hören Sie genau hin, denn sie können die Kletterer auf der anderen Seite der Schlucht sprechen hören als würden sie neben Ihnen stehen.

Ich erreiche Bagnoli della Rosandra und bestelle mir mein letztes alkoholfreie Bier auf meinem Abenteuer, denn morgen folgt die letzte Etappe. Ich kann es kaum fassen.

Mein Tipp: Besuchen Sie von Rosandra aus Triest und bestellen Sie sich dort eine Pizza, ein Eis als Nachspeise und genießen Sie den Sonnenuntergang am Wasser. Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung sagen, es war einfach nur genial.